Führung: Zum Europäischen Tag Jüdischer Kultur

Skatrunde in Mergentheim, um 1875, erster von links: Samuel Hirsch (1854-1936). Geselligkeit als Zeichen der Integration. (Foto: Deutschordensmuseum)
Skatrunde in Mergentheim, um 1875, erster von links: Samuel Hirsch (1854-1936). Geselligkeit als Zeichen der Integration. (Foto: Deutschordensmuseum)
Sonntag, 04.09.2022, 14:30 Uhr - 16:00 Uhr

Zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur
Sonderführung
Vom Leben und Schicksal jüdischer Familien in Mergentheim.

Über Ausgrenzung und Integration, Verfolgung und Gleichgültigkeit
Klaus Huth, Stolpersteine Bad Mergentheim e. V.

Der Europäische Tag der Jüdischen Kultur findet gleichzeitig in rund 30 Ländern statt. Der Tag will dazu beitragen, das europäische Judentum, seine Geschichte, seine Traditionen und Bräuche besser bekannt zu machen. Er erinnert an die Beiträge des Judentums zur Kultur unseres Kontinents in Vergangenheit und Gegenwart. Wir bieten in Kooperation mit dem Verein Stolpersteine Bad Mergentheim e. V. eine Sonderführung an.

In Mergentheim sind seit 1293 jüdische Einwohner bezeugt. Die israelitische Gemeinde zählte im Jahr 1700 in der Stadt 40 Mitglieder und erreichte 1895 mit 280 Personen ihren höchsten Stand. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft führte auch in Mergentheim zu Flucht und Deportation. Mindestens 61 jüdische Mergentheimer kamen von 1939 bis 1945 ums Leben.

Klaus Huth, als Lehrer seit langen Jahren Kooperationspartner des Deutschordensmuseums, heute Residenzschlosses Mergentheim und Mitbegründer des Bad Mergentheimer Vereins Stolpersteine e. V. hat sich jenseits solcher bloßen Zahlen mit den Schicksalen jüdischer Menschen und Familien in seiner Heimatstadt befasst. Sein Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung des Lebens jüdischer Einwohner im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie waren sie im gesellschaftlichen Leben einer Kleinstadt integriert? Wie wurden sie ausgegrenzt, später verfolgt? Welche Folgen hatte die nachbarschaftliche Gleichgültigkeit im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgungen?
Klaus Huth verdeutlicht anhand einzelner Persönlichkeiten und Familien gesellschaftliche Entwicklungen und schlägt dabei einen Bogen in die Gegenwart. Wie verhalten wir uns Andersdenkenden gegenüber? Ein Einblick in die mehr als 700jährige Geschichte jüdischen Lebens erwartet die Besucherinnen und Besucher der Führung, im Residenzschloss und an wichtigen Orten jüdischer Geschichte in der Altstadt.

Info:
Treffpunkt: Schlosskasse
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Preis: 12,- Euro, ermäßigt 6,- Euro, Familie 30,- Euro
Anmeldung unter Tel. 07931/123 06 - 0


Anschrift des Veranstaltungsortes

Residenzschloss Mergentheim
Schloss 16
97980 Bad Mergentheim
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